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Regelungen für die bremstechnische Beurteilung von Schienenfahrzeugen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Zurück zur Teilliste Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Regelungen

für die

bremstechnische Beurteilung von
Schienenfahrzeugen
im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO



Stand: Rev. 15, 17.10.2003



Rev.-Nr.

Datum

Verantw.

Bemerkungen

8

15.06.1999

Arbeitsgruppe

Abschließende Überarbeitung → zur ersten Veröffentlichung freigegebene Version

10

16.05.2000

Lenkungskreis und Arbeitsgruppe

Abschließende Überarbeitung → zur zweiten Veröffentlichung freigegebene Version

11

31.12.2000

Arbeitsgruppe

Einarbeitung der Anregungen aus der ersten Nutzungsphase

12

26.03.2002

Arbeitsgruppe

Redaktionelle Überarbeitung

13

02.07.2002

Arbeitsgruppe, DB

Redaktionelle Überarbeitung
zur dritten Veröffentlichung dem LK zur Entscheidung vorzulegende Version

14

20.08.2003

Arbeitsgruppe, DB

Abschließende Überarbeitung → zur dritten Veröffentlichung dem LK vorgelegte Version

15

17.10.2003

Lenkungskreis

Abschließende Überarbeitung → zur dritten Veröffentlichung freigegebene Version
Änderungen gegenüber der 2. Veröffentlichung sind am Rand mit einem Strich gekennzeichnet



Inhaltsverzeichnis



1

Vorwort

2

Einführung

3

Anwendungsbereich

4

Verweisungen

5

Definitionen


5.1

Allgemeine Definitionen und Begriffe


5.2

Bremsspezifische Begriffe

6

Einteilung der Prüfungen


6.1

Prüfkategorien (in Anlehnung an DIN EN 50215)



6.1.1

Typprüfung



6.1.2

Stückprüfung


6.2

Prüfmodule


6.3

Prüfplan

7

Bremstechnische Dokumentation


7.1

Allgemeine Fahrzeugdaten



7.1.1

Netzseitige Anforderungen



7.1.2

Betreiberanforderungen


7.2

Beschreibung des Bremssystems


7.3

Bremsberechnung


7.4

Thermische Berechnung

8

Bremstechnische Prüfungen


8.1

Grundsätzliches zu bremstechnischen Prüfungen im Stillstand


8.2

Grundsätzliches zu bremstechnischen Prüfungen auf der Strecke


Anlagen



1.
Vorwort
Dieses Regelwerk wurde erstellt von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Bremstechnische Beurteilung von Schienenfahrzeugen", die sich aus Vertretern von Herstellern, Aufsichtsbehörde und Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zusammensetzt (siehe Anlage 1). Damit wurde die Basis geschaffen für eine Selbstverpflichtung aller Beteiligten zur Einhaltung dieser Regelungen bei zukünftigen Bestellungen und Abnahmen von Schienenfahrzeugen.


2.
Einführung
Dieses Regelwerk wurde mit dem Ziel erarbeitet, Regelungen zur bremstechnischen Gestaltung, Bemessung und Beurteilung von Schienenfahrzeugen und Fahrzeugkomponenten zu erstellen, um damit zwischen Hersteller, Besteller (EVU, Käufer, etc.) und Aufsichtsbehörde Klarheit über das bremstechnische Anforderungsprofil zu schaffen. Die aufgeführten Prüfverfahren und Grenzwerte basieren auf bisher angewandten Verfahrensweisen und stellen anerkannte Regeln der Technik dar. Die Regelungen werden Bestandteil zukünftiger Lasten- und Pflichtenhefte und von Hersteller und Aufsichtsbehörde als maßgebende Kriterien im Abnahmeprocedere gemäß § 32 (1) EBO verwendet.


Die zum Zeitpunkt der Abnahme gültigen Regelungen bilden die Grundlage für die Prüfung und Beurteilung der abzunehmenden Fahrzeuge.


3.
Anwendungsbereich
Dieses Regelwerk ist für alle Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs gemäß § 1 (1) EBO anzuwenden und beschreibt die bremstechnische Prüfung für die Abnahme von Eisenbahnfahrzeugen und Eisenbahnfahrzeugkomponenten. Für Mischfahrzeuge EBO/BOStrab oder umgekehrt gilt dieses Regelwerk für den EBO-kompatiblen Bremsteil.


Es legt Prüfungen fest, durch welche nachzuweisen ist, dass eine komplette Bremsanlage bzw. einzelne Bremskomponenten eine dem Stand der Technik entsprechende Sicherheit aufweisen und die technischen Parameter dem jeweiligen Einsatzfall des in Frage kommenden Fahrzeuges entsprechen.


Bei Abweichung von diesen Regeln ist die gleiche Sicherheit nachzuweisen.


Der Umfang der zur Abnahme erforderlichen Dokumentationen und Prüfungen ist abhängig vom Neuheitsgrad der eingesetzten Komponenten bzw. deren Kombination. Er wird vom EBA in Anlehnung an die Matrix in Anlage 2 festgelegt.


Für neu entwickelte Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkomponenten sind die vorgegebenen Prüfungen uneingeschränkt anzuwenden.


Die bremstechnische Prüfung der Umbaufahrzeuge, bzw. deren bremstechnische Komponenten ist geregelt durch die Anweisung nach § 2 Abs. 4 EBO zu § 32 Abs. 1 EBO, EBA Pr. 3/11 140 1004 vom 30. Januar 2003 "Änderungen an Eisenbahnfahrzeugen". Einzelheiten zur Nachweisführung der bremstechnischen Eignung sind der Matrix gemäß Anlage 2 zu entnehmen.


Bei Umbaufahrzeugen bzw. Fahrzeugkomponenten kann entsprechend den nachfolgenden Hinweisen von den vorgegebenen Prüfungen abgewichen werden.


Werden Fahrzeugkomponenten separat abgenommen, muss ihre Zuordnung (Schnittstellen, Einsatzbedingungen, etc.) zu den Fahrzeugen eindeutig sein:
1.
Fahrzeugkomponenten, für die sicherheitsrelevante Anpassungsarbeiten bzw. Prüfungen in Verbindung mit einem Fahrzeug nicht erforderlich sind, benötigen in den Nebenbestimmungen der Abnahme einen Hinweis auf bestimmte Fahrzeugtypen oder die Aufzählung der fahrzeugabhängigen Parameter. D.h. die zulässige Zusammenführung von Fahrzeug und Komponente muss eindeutig bestimmbar sein. Ein Komponententausch unter diesen Prämissen erfordert keine neue Abnahme in Zusammenwirkung mit einem Fahrzeug.
Können die fahrzeugabhängigen Parameter bzw. die Zuordnungen zu Fahrzeugtypen nicht bestimmt werden, ist wie unter Pkt. 2 zu verfahren.


2.
Fahrzeugkomponenten, für die sicherheitsrelevante Anpassungsarbeiten bzw. Prüfungen in Verbindung mit einem Fahrzeug erforderlich sind, benötigen in den Nebenbestimmungen der Abnahme den Hinweis, dass eine Verwendbarkeit dieser Komponente nur in Verbindung mit einer Fahrzeugabnahme gegeben ist. Ein Komponententausch dieser Art erfordert immer eine neue Abnahme in Zusammenwirkung mit einem Fahrzeug.


Nach dieser Vorgehensweise ist es möglich, jedem Antragsteller eine Abnahme nach § 32 (1) EBO für eine Komponente gleich welcher Art, soweit sie für Eisenbahnen verwendet wird, zu erteilen.


Es liegt dabei in der Verantwortung der zuständigen Aufsichtsbehörde, die Abnahme einschließlich der Nebenbestimmungen eindeutig und umfassend darzulegen.
Grundsätzlich gilt:
*
Bezogen auf die Bremse, sind Bremsanlagen mit ihrer Bremsleistung immer fahrzeugabhängig und müssen gemäß Pkt.2 behandelt werden.
*
Einzelne Bremskomponenten bzw. -subsysteme, wie z.B. Ventile, Bremsscheiben, Bremsbeläge oder Stellglieder, können gemäß Pkt.1 behandelt werden.


4.
Verweisungen
Grundsätzlich gilt:
Werden im Textteil bei entsprechenden Vorschriften/Regelwerken/Dokumenten keine Ausgaben erwähnt, so sind die jeweils aktuell gültigen Ausgaben relevant.


EBO

Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung

pr EN 50121

Bahnanwendungen – Elektromagnetische Verträglichkeit

pr EN 50126

Bahnanwendungen – Spezifikation und Nachweis der Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit, Sicherheit (RAMS)

pr EN 50128

Bahnanwendungen – Software für Eisenbahnsteuerungs- und Überwachungssysteme

pr EN 14198

Bahnanwendungen – Bremsen – Anforderungen an die Bremsausrüstung lokbespannter Züge

pr EN 13452 – 1/-2

(DIN EN 13452)
Bahnanwendungen – Bremsen – Bremssysteme des öffentlichen Nahverkehrs
(Teil 1: Anforderungen an das Leistungsvermögen, Teil 2: Prüfverfahren)

IEC 61508

Functional safety of electrical/electronic/programmable electronic safety-related systems (Funktionale Sicherheit sicherheitsrelevanter elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme)

DIN EN 50155

Bahnanwendungen – Elektronische Einrichtungen für Schienenfahrzeuge

DIN EN 50215

Prüfung von Bahnfahrzeugen nach Fertigstellung und vor Indienststellung

EN DIN 286

Einfache unbefeuerte Druckbehälter für Druckluftbremsanlagen und pneumatische Hilfseinrichtungen in Schienenfahrzeugen

DIN 25008

Grundsätze für die Bestimmung der Fahrzeuggewichte
Begriffe, Definitionen

RIC

Regolamento Internationale Carrozze
Übereinkommen über die gegenseitige Benutzung der Personen- und Gepäckwagen im internationalen Verkehr

RIV

Regolamento Internationale Vagona
Übereinkommen über die gegenseitige Benutzung der Güterwagen im internationalen Verkehr

UIC 410

Zugbildung und Festlegung der Last und der Bremsung der Reisezüge

UIC 421

Zugbildungs- und Bremsvorschriften für internationale Güterzüge

UIC 432

Güterwagen – Fahrgeschwindigkeiten

UIC 540

Bremsen – Druckluftbremsen für Güter- und Personenzüge

UIC 541-03

Bremse – Führerbremsventilanlagen

UIC 541-04

Automatische Lastabbremsung und automatische Lastwechseleinrichtung "Leer-Beladen"

UIC 541-05

Bremse – Gleitschutzanlage

UIC 541-06

Magnetschienenbremse

UIC 541-07

Einfache unbefeuerte Druckbehälter aus Stahl für Druckluftbremsanlagen und pneumatische Hilfseinrichtungen in Schienenfahrzeugen

UIC 541-08

Vorschriften für den Bau der verschiedenen Bremsbauteile: pneumatische Entgleisungsdetektoren
(Merkblatt derzeit in Erarbeitung)

UIC 541-1

Bremse – Vorschriften für den Bau verschiedener Bremsteile

UIC 541-2 VE

Abmessungen der Schlauchverbindungen (Bremsschläuche) und elektrischen Leitungen. Die Arten der Luft- und Elektroanschlüsse und ihre Anordnung an Güterwagen und Reisezugwagen mit automatischer Kupplung bei Mitgliedsbahnen der UIC und der OSShD

UIC 541-3

Bremse – Scheibenbremse und Bremsbeläge, Allgemeine Bedingungen für die Prüfstandsversuche

UIC 541-4

Bremsen mit Bremsklotzsohlen aus Verbundstoff

UIC 541-5

Bremse – ep-Bremse für Güter- und Reisezüge

UIC 542

Bremsteile – Austauschbarkeit

UIC 543

Bremse – Vorschriften über die Ausrüstung der Wagen

UIC 544-1

Bremse – Bremsleistung

EBA

Anweisung nach § 2 Abs. 4 EBO zu § 32 Abs. 1 EBO,
EBA Pr. 3/11 140 1004 vom 30. Januar 2003 "Änderungen an Eisenbahnfahrzeugen"

ERRI B126/RP 22

Bestimmung der Bremsleistung von Hochgeschwindigkeitszügen (5. Entwurf, August 1998)

UIC 544-2

Von dynamischen Bremsen der Lokomotiven und Triebwagen, deren Bremskraft auf das Bremsgewicht angerechnet wird, zu erfüllende Bedingungen

UIC 545

Bremse – Anschriften, Merk- und Kennzeichen

UIC 546

Bremse – Hochleistungsbremse für Personenzüge

UIC 547

Bremse – Druckluftbremsen – Normalprogramme für Versuche

UIC 556

Informationsübertragung im Zug

UIC 567

Allgemeine Bestimmungen für Reisezugwagen

UIC 567-1

Im internationalen Verkehr zugelassene Einheitsreisezugwagen der Bauarten X und Y – Merkmale

UIC 567-2

Im internationalen Verkehr zugelassene Einheitsreisezugwagen der Bauart Z – Merkmale

UIC 580

Anschriften und Kennzeichen sowie Wagenlauf- und Nummernschilder für im internationalen Verkehr eingesetzte Fahrzeuge des Personenverkehrs

UIC 583

Güterwagen – Verwendung eines besonderen Zeichens für die austauschbaren Teile

UIC 610

Regeln für die Prüfung elektrischer Triebfahrzeuge nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme

UIC 627-4

Regeln für die Ausrüstung mit Zug- und Stoßeinrichtungen und für die Bauart der Bremse von Brennkrafttriebwagen und -triebzügen, um im Notfall ein Abschleppen durch ein beliebiges Triebfahrzeug zu ermöglichen

UIC 640

Triebfahrzeuge – Anschriften, Merk- und Kennzeichen

UIC 648

Kupplungen für die Elektro- und Luftleitungen an den Stirnseiten der Triebfahrzeuge

UIC 660

Hochgeschwindigkeitszüge

DS 915 02

Bremsen instandhalten (Richtlinie der DB AG)
(Anhang 2 Seite 28a ff und Anhang 4 Seite 55 ff im Zusammenhang mit der Prüfung der NBÜ/ep-Bremssteuerungs-Variante der DB AG)



5.
Definitionen


5.1
Allgemeine Definitionen und Begriffe
Für die Anwendung dieser Prüfvorschrift gelten die folgenden Definitionen:


Herstellerwerk
Der Ort, an dem der Zusammenbau der Fahrzeuge abgeschlossen wird und an dem im Allgemeinen die Prüfungen im Stillstand durchgeführt werden.


Lieferwerk
Der Ort, an dem die einzelnen Ausrüstungsteile oder Baugruppen des Betriebsmittels hergestellt werden.


Hersteller
Die Organisation, die die technische Verantwortung für die Lieferung des Fahrzeugsystems hat.
Anmerkung: Wenn der Vertrag für das Fahrzeug in zwei oder mehr Teile aufgeteilt ist, kann es mehr als einen Hersteller geben.


Lieferant
Die Organisation, die die Verantwortung für die Lieferung einzelner Ausrüstungsteile oder Baugruppen des Betriebsmittels an den Hersteller hat.


Käufer/Besteller
Die Organisation, die das Fahrzeug bestellt und die Verantwortung für die direkten Verhandlungen mit dem Hersteller hat.


Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU)
Die Organisation, die gemäß § 4 AEG "für den sicheren Bau und Betrieb der Fahrzeuge verantwortlich ist."


Vertrag
Alle Bestandteile technischer Spezifikationen, die zwischen Herstellern und Betreiber vereinbart wurden, und die zum Beispiel aus technischen Spezifikationen des Betreibers, technischen Erwiderungen der Hersteller, Besprechungsberichten und allen anderen formalen Vertragsdokumenten bestehen.


Lastenheft / technische Spezifikation
Vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrags (Definition entsprechend DIN 69905 "Projektwirtschaft – Projektabwicklung – Begriffe")


Pflichtenheft
Vom Auftragnehmer erarbeitete Realisierungsvorgaben aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes (Definition entsprechend DIN 69905 "Projektwirtschaft – Projektabwicklung – Begriffe")


Typprüfung
Eine Prüfung eines oder mehrerer Geräte, eines Systems oder des vollständigen Fahrzeugs zum Nachweis, dass die Konstruktion den geforderten Spezifikationen und den relevanten Normen entspricht.


Stückprüfung
Eine Prüfung, der jedes Fahrzeug während oder nach der Herstellung unterzogen wird, um sicherzustellen, dass es den festgelegten Kriterien entspricht.


Abnahme gemäß § 32 (1) EBO
Neue Fahrzeuge dürfen erst in Betrieb genommen werden, wenn sie abgenommen sind. Für Fahrzeugumbauten gilt die Anweisung nach § 2 Abs. 4 EBO zu § 32 Abs. 1 EBO, EBA Pr. 3/11 140 1004 vom 30. Januar 2003 "Änderungen an Eisenbahnfahrzeugen". Abnehmen heißt, dass jedes Fahrzeug nach den Regeln der Technik und den Bestimmungen der EBO vor Erteilung der Abnahme geprüft wird.


Gegenstand einer Abnahme können nicht nur Fahrzeuge sein, sondern auch Teile von Fahrzeugen, die für den Einbau in Eisenbahnfahrzeuge vorgesehen sind, soweit diese Teile auf die Betriebssicherheit des Fahrzeuges einwirken können und einer isolierten Überprüfung zugänglich sind.


Konformität
Zur Vereinfachung der Abnahme von Fahrzeugen einer Serie wird nur das erste Fahrzeug einer Serie vollständig auf Einhaltung der Regeln der Technik und der Bestimmungen der EBO überprüft, d.h. abgenommen. Für alle folgenden Fahrzeuge wird von einer von der Aufsichtsbehörde dazu anerkannten Stelle die Übereinstimmung (Konformität) zum ersten Fahrzeug geprüft und bescheinigt.


Konformitätserklärung
Erklärung aufgrund der Überprüfung zuvor festgelegter Anforderungen, dass ein Fahrzeug dem ersten einer Serie entspricht.


Regelfahrzeug
Fahrzeug, das im öffentlichen Verkehr auf dem Netz der Eisenbahnen des Bundes oder der Länder verkehrt.


Neubaufahrzeug
Fahrzeug, das in seiner Gesamtheit neu auf der Basis eines Vertrages und/oder Lastenheftes in einem Herstellerwerk gefertigt wird und keine Abnahme nach § 32 EBO besitzt.


Umbaufahrzeug
Fahrzeug, dessen technische und/oder gestalterische Merkmale so verändert wurden, dass die der Abnahme nach § 32 EBO für das Spenderfahrzeug zugrunde liegenden Bedingungen nicht mehr gegeben sind. Im Übrigen gilt die Anweisung nach § 2 Abs. 4 EBO zu § 32 Abs. 1 EBO, EBA Pr. 3/11 140 1004 vom 30. Januar 2003 "Änderungen an Eisenbahnfahrzeugen"


Triebfahrzeug
Der Begriff Triebfahrzeug umfasst Lokomotiven (auch Kleinlokomotiven), Triebwagen, Triebzüge, Triebköpfe und andere Schienenfahrzeuge mit eigenem Kraftantrieb


5.2
Bremsspezifische Begriffe


AFB
Automatische Fahr- und Bremssteuerung


Bremsart
Einteilungsbegriff für Druckluftbremsen nach UIC-Standard entsprechend ihrer Wirkung (G = langsamwirkend; P = schnellwirkend).


Bremsstellung
Einteilungsbegriff für UIC-Bremsen entsprechend ihrer Bremsleistung. Forderungen zu den einzelnen Bremsstellungen sind in den entsprechenden UIC-Merkblättern enthalten.


Bremsgewicht
Das Bremsgewicht B (t) beschreibt das Bremsvermögen eines Fahrzeuges und wird durch Rechnung bzw. Versuch nach UIC-Blatt 544-1 bestimmt.


Bremsgewichtshundertstel
Bremsgewichtshundertstel λ (%) (auch Bremshundertstel oder Bremsprozente genannt) ist das Verhältnis von Bremsgewicht B zu Fahrzeuggewicht.
In den UIC-Standards sind die von den Fahrzeugen einzuhaltenden Grenzwerte festgelegt.


Hauptluftleitung (HL)
Die Hauptluftleitung (HL) ist die durchgehende Verbindungsleitung der pneumatischen Bremseinrichtung eines Zuges, über die die Brems- und Lösevorgänge gesteuert und die Vorratsluftbehälter aufgefüllt werden.
Nach UIC-Blatt 541 beträgt ihre lichte Weite


für Reisezugwagen

25 mm (1"),

für Güterwagen

32 mm (1 *1*/4").



Hauptluftbehälterleitung (HBL)
Die Hauptluftbehälterleitung (HBL) ist eine durchgehende Druckluftleitung, über die Luftbehälter der Bremse zusätzlich (zur HL) aufgefüllt und separate Drucklufteinrichtungen versorgt werden.


6.
Einteilung der Prüfungen


6.1
Prüfkategorien (in Anlehnung an DIN EN 50215)


6.1.1
Typprüfung
Diese Prüfungen sind zum Nachweis durchzuführen, dass die Bremsanlage die festgelegten Leistungsanforderungen erfüllt.


Die Prüfungen müssen an den ersten Fahrzeugen durchgeführt werden, die nach der betreffenden Konstruktion gebaut wurden, wenn zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nichts anderes vereinbart wurde.


Wenn die Typprüfungen an einem Fahrzeug des Prototyps oder der Nullserie durchgeführt werden, dann muss der Hersteller mit dem Betreiber eine Vereinbarung treffen, die die zusätzlichen Prüfungen festlegt, die am ersten Fahrzeug der Serie notwendig sind.


Es muss eine umfassende Reihe von Messungen durchgeführt werden, die alle wichtigen Parameter zur Prüfung der im Prüfplan angegebenen Leistungsanforderungen umfasst.


Die Prüfungen müssen je nach Zweckmäßigkeit wie folgt durchgeführt werden:
Prüfungen im Stand
Prüfungen auf der Strecke


6.1.2
Stückprüfung
Diese Prüfungen sind an jedem auszuliefernden Fahrzeug durchzuführen.
Die Stückprüfungen sind üblicherweise nicht so umfassend oder erschöpfend, wie die Typprüfungen, sie müssen jedoch genügend Messungen und Prüfungen enthalten, um die Übereinstimmung mit der Spezifikation nachzuweisen. Es gehört zur üblichen Praxis, dass für die Typprüfung verwendete spezielle Parameter ausgewählt werden, um diese Übereinstimmung für jedes Fahrzeug nachzuweisen.


Die Prüfungen müssen je nach Zweckmäßigkeit im Stand oder auf der Strecke durchgeführt werden.


6.2
Prüfmodule
Ausgehend von der Einsatz- und Bremsspezifik eines Fahrzeuges werden Prüfmodule festgelegt, nach denen das Fahrzeug zu untersuchen ist. Eine Übersicht enthält Anlage 3.
Jedes Prüfmodul beschreibt die durchzuführenden Prüfungen im Stillstand und während der Fahrt. Der angegebene Prüfumfang bezieht sich auf die Typprüfung. Für die Stückprüfung darf der Prüfumfang soweit reduziert werden, dass noch eine gesicherte Erklärung zur Konformität gewährleistet ist.


6.3
Prüfplan
Die durchzuführenden Prüfungen müssen als Prüfplan dargestellt sein, der folgendes beschreiben muss:


*
das Prüfprogramm gemäß dem entsprechenden Prüfmodul
*
welche Bauelement- und Betriebsmittel-Typprüfung abgeschlossen sein müssen, bevor jede einzelne Fahrzeugprüfung durchgeführt wird
*
die zu verwendenden Prüfeinrichtungen
*
die Prüfverfahren
*
die Lastzustände des Prüfobjektes bei jeder Prüfung
*
die Umgebungsbedingungen für jede Prüfung
*
die Grenzwerte und Toleranzen für alle Prüfmessverfahren
*
die Erfolgskriterien für jede Prüfung
*
den Vorgang der Korrekturmaßnahmen
*
den Zertifizierungsprozess


Wo der Vertrag als Nachweis zusätzliche Prüfungen oder Dokumente durch den Käufer fordert, müssen diese im Prüfplan genannt sein.


Wo der Vertrag zusätzlich fordert, dass die Sicherheit durch eine Reihe von Prüfungen nachzuweisen ist, wobei als Schwerpunkt eine Sicherheits- oder Risikoeinschätzung nach EN 50126 vorzunehmen ist, dann muss diese Prüfung in das Prüfprogramm aufgenommen werden.


Der Prüfplan muss auch eine umfassende Liste der Prüfungen enthalten, die zur Bestätigung der Konformität erforderlich sind.


Das Ergebnis aller durchgeführten Prüfungen ist in einem Abschlussbericht darzustellen, der als Basis für eine gutachterliche Stellungnahme geeignet ist.


Der Hersteller muss sicherstellen, dass der Abschlussbericht jeden Punkt aus dem Prüfplan des betreffenden Fahrzeugs umfasst.


7.
Bremstechnische Dokumentation
Nachfolgend sind die Unterlagen aufgeführt, die zum Beginn der bremstechnischen Prüfung (Typprüfung) vollständig der Zulassungsbehörde und der mit der Durchführung der bremstechnischen Prüfung beauftragten Stelle (von der Aufsichtsbehörde anerkannte Prüfstelle) vom Fahrzeughersteller bzw. Umbauwerk vorzulegen sind.


7.1
Allgemeine Fahrzeugdaten
Die allgemeinen Fahrzeugdaten und Fahrzeugeinsatzbedingungen sind in der technischen Fahrzeugspezifikation niedergelegt. Die für die Bremsbeurteilung relevanten Daten und Einsatzbedingungen sind hier zusammenzustellen. Diese müssen mindestens Angaben zu den in den Punkten 7.1.1 und 7.1.2 aufgeführten Parametern enthalten.


7.1.1
Netzseitige Anforderungen
*
Höchstgeschwindigkeit
*
Freizügigkeit des Einsatzes (RIC, RIV)
*
Vorsignalabstand (VSA) und Gefälle
*
national normal (700m und 1000m VSA, max. 40*0*/00 Gefälle)
*
national außergewöhnlich (Steilstrecke bis max. 65*0*/00 Gefälle)


7.1.2
Betreiberanforderungen
*
Zugkonfiguration
*
Kuppelbedingungen
*
Gewichtsparameter (Fahrzeugmasse, Zuladung)
*
Verzögerung, Bremswege, Bremshundertstel bei maßgebender Bezugsgeschwindigkeit
*
Definition des ungünstigsten Betriebsfalles für thermische Beanspruchung


7.2
Beschreibung des Bremssystems
*
kompletter Druckluftübersichtsplan mit Stückliste
*
Systembeschreibung über Aufbau und Funktion der kompletten Bremsanlage
*
bei elektrischer/elektronischer Steuerung/Überwachung der Bremsanlage bzw. Teilen der Bremsanlage: Funktionsbeschreibung (z.B. Flussdiagramm) für die Fälle
> Schnellbremsung
> Betriebsbremsung
> Zwangsbremsung
*
Schnittstellenbeschreibung für Soft- und Hardware
*
Ausfallanalyse für alle sicherheitsrelevanten Systeme
*
Bremsanschriften und vorläufige Bremsgewichte


7.3
Bremsberechnung
*
rechnerischer Nachweis des einhaltbaren Bremsweges von der Initialisierung der Bremsung bis zum Stillstand des Fahrzeuges
*
Bremsgewichtsermittlung bis 200 km/h nach UIC 544-1, für höhere Geschwindigkeiten Berechnung der Verzögerungen
*
Darstellung ist freigestellt, Ausnahme: Formblätter sind vom Besteller vorgegeben


7.4
Thermische Berechnung
*
Ermittlung der Temperaturentwicklung an/in den energieumsetzenden Bremskomponenten für den jeweils vereinbarten Einsatzfall
*
Nachweis der thermischen Verträglichkeit für den ungünstigsten Betriebsfall gemäß Punkt 7.1.2
Folgende Standardbedingungen sind zu erfüllen:


Stopbremsung:

2 Schnellbremsungen mit voll funktionstüchtiger Bremsanlage aus Höchstgeschwindigkeit bei bremstechnischem Höchstgewicht (DIN 25008) unmittelbar hintereinander in der Ebene


Dauerbremsung:

Es sind die Anforderungen aus den Gefällefahrten und dem Ausfallszenario (Bremsstörungen) zu berücksichtigen, wenn sie noch nicht durch den ungünstigsten vereinbarten Betriebsfall abgedeckt sind;



Für Fahrzeuge, die dem RIC- oder RIV-Abkommen unterliegen mindestens:


45 kW Dauerbremsleistung/Rad bei v = 80 km/h über 34 min



8.
Bremstechnische Prüfungen
Die Prüfung der Bremseinrichtungen von Schienenfahrzeugen geschieht auf der Grundlage der Anforderungen der im Kapitel 4 genannten Regelwerke und Richtlinien.


Bei allen Prüfungen, die mit einer Messung einhergehen, sind die jeweiligen bremsphysikalischen Messgrößen in Abhängigkeit von der Zeit über die Dauer des gesamten Prüfabschnitts zu messen, aufzuzeichnen und zu dokumentieren.


Bei jeder Messung wird vorausgesetzt, dass die gesamte Messkette kalibriert wird und die Rückführbarkeit der bei der Prüfung eingesetzten Prüf- und Messmittel auf nationale bzw. internationale Normale gewährleistet ist.


Im Anschluss an eine jede Prüfung wird das Prüfergebnis mit den jeweiligen Anforderungen des Lastenheftes und des Prüfmoduls verglichen und bewertet.


8.1
Grundsätzliches zu bremstechnischen Prüfungen im Stillstand
Die Prüfungen im Stand dienen dem Zweck des Nachweises der grundsätzlichen Funktionalität der im zu prüfenden Fahrzeug implementierten Bremseinrichtungen.


Es sind die Prüfungen im Stillstand gemäß Prüfmodul im Anhang in Abhängigkeit von der betreffenden Fahrzeugart durchzuführen. Weist das Fahrzeug weitere, im Prüfmodul nicht erfasste sicherheitsrelevante Funktionen auf, sind diese zusätzlich zu prüfen.


Mit den Prüfungen im Stillstand muss kontrolliert werden, ob das Fahrzeug sicher genug für die Durchführung der Versuche auf der Strecke ist. Der angegebene Prüfumfang bezieht sich auf die Typprüfung des Fahrzeuges. Für die Stückprüfung des Fahrzeuges darf der Prüfumfang so weit reduziert werden, dass noch eine sichere Aussage über die Konformität gewährleistet wird.
Die Prüfung umfasst je nach Art der Bremsanlage folgende Prüfgruppen:


*
Prüfungen an Druckluftsystemen
*
Prüfungen an hydraulischen Systemen
*
Prüfungen an Reibungsbremsen
*
Prüfungen an elektrischen Bremsen
*
Prüfungen an Feststellbremsen
*
Prüfungen an Mg- und Wb-Bremsen
*
Prüfungen an weiteren sicherheitsbezogenen Systemen (z.B. Elektronik, Software).


8.2
Grundsätzliches zu bremstechnischen Prüfungen auf der Strecke
Die Fahrversuche verfolgen den Zweck der Feststellung der Wirksamkeit der bremskrafterzeugenden und -regelnden Bremseinrichtungen in Abhängigkeit von der jeweiligen Bremsstellung während sich das Fahrzeug auf der Strecke bewegt.


Vor Beginn der Prüfungen auf dem Netz des Bundes muss für das Fahrzeug eine Genehmigung der Aufsichtsbehörde für die Versuche vorliegen.


Es ist ein Prüfplan für die Prüfungen auf der Strecke aufzustellen, der dem Prüfmodul im Anhang (siehe Anlage 3) entspricht.


Wenn spezifische Bedingungen im Lastenheft Prüfungen erfordern, die über die im entsprechenden Prüfmodul genannten hinausgehen, müssen diese in den Prüfplan aufgenommen werden.


Der angegebene Prüfumfang bezieht sich auf die Typprüfung des Fahrzeuges. Für die Stückprüfung des Fahrzeuges darf der Prüfumfang so weit reduziert werden, dass noch eine sichere Aussage über die Konformität gewährleistet wird.


Bei allen Prüfungen gelten die Bestimmungen für die Feststellung des Bremsvermögens (Bremsleistung) nach UIC 544-1. Die Grundsätze der Bremsbewertung sind in Anhang IV zusammengestellt.


Anlage 1



Arbeitsgruppe



"Bremstechnische Beurteilung von Schienenfahrzeugen"



Mitgliederverzeichnis



Name

Fa./Abt.

Anschrift

Tel./FAX

E-mail

Dr. Becker- Lindhorst

Knorr- Bremse
SfS GmbH

Moosacher Str. 80
80809 München

(089) 3547 2486
(089) 3547 2360

Klaus.Becker-Lindhorst@Knorr- Bremse.com

Eisenblätter

DB AG,
TZF 82

Weserglacis 2
32423 Minden

(0571) 393 2307
(0571) 393 1256

Juergen.Eisenblaetter@ bahn.de

Friedrich

Bombardier
Transportation

Christoph- Lüders- Str.
24
02826 Görlitz

(03581) 33 1521
(03581) 33 2328

Detlef.Friedrich@de.transport.bombardier.com

Gajewski

DB AG,
TZF 83.1

Pionierstr. 10
32423 Minden

(0571) 393 5493
(0571) 393 5601

Bernd.Gajewski@ bahn.de

Gräber

DB AG,
TZF 8

Weserglacis 2
32423 Minden

(0571) 393 5600
(0571) 393 5227

Johannes.Graeber@ bahn.de

Heckemanns

Siemens AG

Krauss- Maffei- Str. 2
80997 München

(089) 8899-2336
(089) 8899-3256

Klaus.Heckemanns@ siemens.com

Hensch

EBA, Ref. 32

Vorgebirgsstr. 49
52119 Bonn

(0228) 9826 371
(0228) 9826 9371

HenschU@eba.bund.de

Klein

EBA, Ref. 31

Vorgebirgsstr. 49
52119 Bonn

(0228) 9826 311
(0228) 9826 9311

KleinR@ eba.bund.de

Martens

Bombardier
Transportation

Am Rathenaupark
16761 Hennigsdorf

(03302) 89 3694
(03302) 89 2698

Hans-Joachim.Martens@de.transport.bombardier.com

Prost

Bombardier
Transportation

Jülicher Str. 213-237
52070 Aachen

(0241) 1821 259
(0241) 1821 235

Guenther.prost@de.transport.bombardier.com

Sonder

DB AG,
TZF 82

Weserglacis 2
32423 Minden

(0571) 393 5439
(0571) 393 5229

Egbert.Sonder@ bahn.de

Steiner

EBA, Ref.31

Vorgebirgsstr. 49

(0228) 9826 312
(0228) 9826 9312

SteinerG@ eba.bund.de





Anlage 2



Abnahmeprocedere für pneumatische Bremsanlagen von Schienenfahrzeugen

Tabelle Abnahmeprozedere



1)
abgenommen bedeutet: an gleicher Fahrzeug-BA oder an Referenz-Fahrzeugen bei gleichen Referenzbedingungen abgenommen
2)
Systemgenehmigung mit zutreffenden Referenzbedingungen liegt vor

opt = optional



Erläuterungen zur Verfahrensweise



Die Aufwendungen für die Abnahme einer Bremsanlage für Schienenfahrzeuge müssen in Abhängigkeit des Neuheitsgrades der Anlage festgelegt/optimiert werden.



In Abhängigkeit vom Neuheitsgrad wurden deshalb Abnahmekategorien eingeführt, die den Umfang von Prüfungen der Bremsanlage im Rahmen der Abnahme eines Fahrzeuges nach § 32 EBO und nach Umbau gemäß Anweisung nach § 2 Abs. 4 EBO zu § 32 Abs. 1 EBO, EBA Pr. 3/11 140 1004 vom 30. Januar 2003 "Änderungen an Eisenbahnfahrzeugen" definieren.



Nachfolgend wird der Inhalt bzw. der notwendige Prüfumfang der einzelnen Kategorien kurz erläutert und mit Beispielen belegt:



Kategorie I:

Die abzunehmende Bremsanlage ist an der gleichen Fahrzeug-Bauart oder an einer anderen Fahrzeug-Bauart, die mindestens die gleichen oder höherwertige Referenzbedingungen erfüllt, abgenommen.



Bsp.: ○ Modernisierung von Reisezugwagen ohne Veränderungen an der Bremsanlage



Kategorie II:

Die abzunehmende Bremsanlage ist bekannt und in ihrer Ursprungsausführung abgenommen. Gegenüber der Ursprungsausführung erfolgt eine Ergänzung und/oder Anpassung mit bereits abgenommenen Bauteilen bei der Bremskrafterzeugung (Kategorie II a) oder bei der Bremssteuerung (Kategorie II b). Für die bereits abgenommenen Bauteile sind ggf. erweiterte Referenzbedingungen festzulegen.



Bsp.: ○ Umbau von Fahrzeugen von GG-Sohlen auf bereits abgenommene Verbundstoffsohlen

○ Umbohren von Bremshebeln infolge Gewichtserhöhung bei Fahrzeugumbau

○ Einbau einer pneumatischen Notbremseinrichtung, Nachrüstung ep-Bremse



Kategorie III:

Die abzunehmende Bremsanlage ist bekannt und in ihrer Ursprungsausführung abgenommen. Gegenüber der Ursprungsausführung werden pneumatische und/oder mechanische Komponenten ohne bestehende Systemabnahme eingebaut. Die Bremsanlage bleibt sonst in Aufbau und Funktionsweise unverändert.



Bsp.:  ○ Einsatz neuer Reibpaarungen

○ Einbau neuer Magnetventile



Kategorie IV:

Die Bremsanlage ist bekannt und in ihrer Ursprungsausführung abgenommen. Es werden jedoch wesentliche pneumatische Baugruppen (Kategorie IV b) bzw. Bremskrafterzeugungssysteme (Kategorie IV a) ohne Systemabnahme mit signifikantem Einfluss auf das gesamte Bremssystem des Fahrzeuges eingebaut.



Bsp.:  ○ Einsatz einer neuen Führerbremsventilanlage

○ Neueinstellung der automatischen Lastabbremsung

○ Umbau von 2 auf 3 Wellenbremsscheiben/Radsatz

○ Umbau von mechanischem auf elektronischen Gleitschutz



Kategorie V:

Bei dieser Kategorie handelt es sich um Neubaufahrzeuge bzw. Totalumbauten der Bremsanlage an Fahrzeugen. Werden dabei ausschließlich Komponenten/Baugruppen mit Systemabnahme verwendet, ist Kategorie Va zutreffend, ansonsten gilt Kategorie Vb.



Bsp.:

Umbau BA 721 zu PUMA (Kategorie Va)


ICE 3, ICE T, BR 145 (Kategorie Vb)



Anlage 3



Liste der Anhänge:



Anhang I :

Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Triebfahrzeugen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang II :

Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Reisezugwagen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang III :

Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Güterwagen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang IV :

Grundsätze der Bremsbewertung für Fahrzeuge, die der EBO unterliegen




Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anhang I: Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Triebfahrzeugen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang II: Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Reisezugwagen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang III: Prüfmodul Bremstechnische Prüfung von Güterwagen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO

Anhang IV: Grundsätze der Bremsbewertung für Fahrzeuge, die der EBO unterliegen

Anlage 1 zu Anhang IV

Anlage 2 zu Anhang IV

Anlage 3 zu Anhang IV

Anlage 4 zu Anhang IV

Anlage 5: Tabelle Abnahmeprozedere