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Bekanntmachung der Erhebungen der Bundesregierung bezüglich des Anteils der in Mehrweggetränkeverpackungen sowie in ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke in den Jahren 2004 bis 2013 nach § 1 Absatz 2 Satz 2 der Verpackungsverordnung

Zurück zur Teilliste Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Bekanntmachung
der Erhebungen der Bundesregierung
bezüglich des Anteils der in Mehrweggetränkeverpackungen
sowie in ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke
in den Jahren 2004 bis 2013 nach § 1 Absatz 2 Satz 2 der Verpackungsverordnung



Vom 16. Dezember 2015



Fundstelle: BAnz AT 30.12.2015 B4





1.
Einführung


Die Verpackungsverordnung vom 21. August 1998 (BGBl. I S. 2379), die zuletzt durch Artikel 1 der Siebten Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung vom 17. Juli 2014 (BGBl. I S. 1061) geändert worden ist, verfolgt unter anderem das Ziel, den Anteil der in Mehrweggetränkeverpackungen sowie in ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke zu stärken und dabei einen Anteil von mindestens 80 Prozent zu erreichen. Die Bundesregierung ist verpflichtet, die notwendigen Erhebungen über die entsprechenden Anteile durchzuführen und deren Ergebnisse im Bundesanzeiger bekannt zu geben.


2.
Erläuterungen zur Systematik


Die Erhebung der Anteile der in Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke erfasst die folgenden, nach § 9 Absatz 2 der Verpackungsverordnung (VerpackV) pfandpflichtigen Getränkesorten:


Bier (einschließlich alkoholfreies Bier) und Biermischgetränke,


Mineral-, Quell-, Tafel- und Heilwässer, und alle übrigen trinkbaren Wässer,


Erfrischungsgetränke mit oder ohne Kohlensäure im Sinne von § 9 Absatz 2 Nummer 3 VerpackV,


alkoholhaltige Mischgetränke im Sinne von § 9 Absatz 2 Nummer 4 VerpackV.


Dabei sind derzeit folgende Einweggetränkeverpackungen nach § 3 Absatz 4 VerpackV als ökologisch vorteilhaft anerkannt:


Getränkekartonverpackungen (Block-, Giebel-, Zylinderpackung),


Getränke-Polyethylen-Schlauchbeutel-Verpackungen,


Folien-Standbodenbeutel.


Die Erhebungsergebnisse für die Jahre 2004 bis 2013 sind aufgrund der Änderung der rechtlichen Vorgaben durch die Dritte Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung vom 24. Mai 2005 (BGBl. I S. 1407) nicht unmittelbar mit den Erhebungen für die Jahre 1991 bis 2003 zu vergleichen. Die wesentlichen Änderungen betreffen die Berücksichtigung der in § 3 Absatz 4 VerpackV neu bestimmten ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen in allen erheblichen Getränkebereichen und die neue Abgrenzung dieser Getränkebereiche. Während bei den Erhebungen bis zum Jahr 2003 die Entwicklung des Anteils der in Mehrweggetränkeverpackungen (bei allen Getränken) bzw. der in ökologisch vorteilhafte Getränkeverpackungen (bei Milch) abgefüllten Getränke mit Blick auf die in § 9 Absatz 2 der bis zur Dritten Änderungsverordnung geltenden Fassung der VerpackV vorgesehenen Mindestanteile („Mehrwegschutzquote“) im Mittelpunkt stand, sind auf der Grundlage der Neuregelung gegenwärtig insbesondere die abfallwirtschaftlichen Auswirkungen der Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen zu beobachten.


3.
Ergebnisse


Gemäß den zuvor gegebenen Erläuterungen ergeben sich für die Jahre 2004 bis 2013 auf der Basis von Erhebungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (Mainz) die in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Verbrauchsanteile von in Mehrweggetränkeverpackungen sowie in ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränken.


Der Hauptanteil der ökologisch vorteilhaften Getränkeverpackungen wird durch Mehrwegverpackungen (2013: 45,1 Prozent der abgefüllten Getränke) gestellt. Ökologisch vorteilhafte Einwegverpackungen nehmen 2013 einen Anteil von 1,1 Prozent der abgefüllten Getränke ein.


Insgesamt hat sich der Anteil der in Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke von 71,1 Prozent im Jahr 2004 auf 46,2 Prozent im Jahr 2013 verringert. In den Getränkebereichen Mineralwasser und Erfrischungsgetränke ist die Entwicklung des Anteils der in Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke deutlich zurückgegangen. Der Rückgang hat sich jedoch in den Jahren 2008 bis 2013 verlangsamt. Im Bereich der alkoholhaltigen Mischgetränke ging der Anteil nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2006 wieder zurück. Im Getränkebereich Bier hat sich der Anteil der Mehrweggetränkeverpackungen seit dem Jahr 2004 auf hohem Niveau stabilisiert.




Anteile der in Mehrweggetränkeverpackungen
sowie in ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen
abgefüllten Getränke in den Jahren 2004 bis 2013
(in Prozent)



Getränkebereich

  2004  

  2005  

  2006  

  2007  

  2008  

  2009  

  2010  

  2011  

  2012  

  2013  

Bier

87,8

88,6

87,1

85,2

87,2

88,5

88,2

87,5

86,2

85,9

Mineralwasser

68,2

61,4

53,0

47,3

45,4

43,8

43,3

41,9

40,7

40,8

Erfrischungsgetränke

63,0

55,0

49,3

42,8

38,3

37,4

34,6

32,4

31,1

29,5

Alkoholhaltige Mischgetränke

25,7

24,7

31,8

23,1

21,2

15,7

14,3

12,0

9,6

8,6

gewichteter Durchschnitt für alle vier Getränkebereiche

71,1

65,7

59,8

54,6

52,6

51,8

50,1

48,3

47,0

46,2

davon Mehrweggetränkeverpackungen

66,3

61,3

55,6

51,2

49,5

49,2

48,0

46,7

45,7

45,1

– 

davon ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen  

4,9

4,4

4,2

3,4

3,1

2,6

2,1

1,6

1,3

1,1





Bonn, den 16. Dezember 2015



Für die Bundesregierung



Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit



Im Auftrag
Dr. Wendenburg