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BMVBW-3132-0001-A004.htm

Zum Hauptdokument : Regelungen für die bremstechnische Beurteilung von Schienenfahrzeugen im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO



Anhang IV



zu den Regelungen für die
bremstechnische Beurteilung von
Schienenfahrzeugen
im Rahmen der Abnahme nach § 32 EBO



Grundsätze der Bremsbewertung
in Anlehnung an UIC 544-1



Stand: Rev. 03, 14.02.2003

Rev.-Nr.

Datum

Verantw.

Bemerkungen

01

02.07.2002

DB AG

1. Entwurf

02

11.09.2002

DB AG

Entwurf zur Veröffentlichung
→ zur Vorlage beim LK

03

14.02.2003

Lenkungskreis

Abschließende redaktionelle Überarbeitung
→ zur Veröffentlichung freigegebene Version



Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Grundsätze

3

2 Bewertung für schnellwirkende Druckluftbremsen (Bremsart P)

4

2.1 Bremsbewertung bis 200 km/h

4

2.1.1 Bremsbewertung für den Zug

4

2.1.2 Bremsbewertung für das Einzelfahrzeug

4

2.2 Bremsleistungsbestimmung für automatische Zugleitsysteme

4

3 Bremsbewertung für langsamwirkende DruckluftBremsen (Bremsart G)

5

4 Bremsbewertung und Bremsgewichtsanschrift

5



Anlagen

Anlage 1

Bremsart P

Bewertungsblatt für Züge

Anlage 2

Bremsart P

Bewertungsblatt für Einzelfahrzeuge

Anlage 3

Bremsart P

Bewertungsblatt für LZB (alt)

Anlage 4

Bremsart G

Bewertungsblatt für Einzelfahrzeuge



Vorbemerkung:



Im UIC-Merkblatt 544-1 sind die Grundsätze der Bremsbewertung festgelegt.

Dieses Merkblatt befindet sich in der grundlegenden Überarbeitung. Die maßgeblichen fachlichen Inhalte des neuen Merkblattes sind fertiggestellt und wurden vom zuständigen UIC-UA 04 (Bremswesen) auf seiner Januartagung 2002 bestätigt. Bis zur offiziellen Veröffentlichung des Merkblattes sind noch Detailfragen zu klären und redaktionelle Arbeiten durchzuführen.

Die Bremsbewertung erfolgt bahnintern bereits seit einiger Zeit vorgreifend auf die neuen Regelungen. Um für alle Prüfstellen eine einheitliche Vorgehensweise sicherzustellen, sind in diesem Anhang IV die maßgeblichen Bremsbewertungsregelungen und Bewertungsdiagramme zusammenfassend dargestellt, die für EBO-Fahrzeuge bis zur Veröffentlichung der neuen Ausgabe des Merkblattes 544-1 relevant sind.



1
ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE
Die Methodik der Bremsbewertung ist historisch mit der Entwicklung der Bremstechnik in den Eisenbahnfahrzeugen entstanden und entsprechend weiterentwickelt worden.
Aus diesem Prozess ergeben sich die einzelnen Bremsbewertungsverfahren, die im wesentlichen wie folgt unterschieden werden:
* Bewertung für schnellwirkende Druckluftbremsen (Bremsart P)
Bewertungsverfahren gültig bis 200 km/h getrennt für Züge und Einzelwagen
Bremsleistungsbestimmung für automatische Zugleitsysteme
* Bewertung für langsamwirkende Druckluftbremsen (Bremsart G)
Die Bremsbewertung erfolgt anhand von Diagrammen für den jeweiligen Bewertungsfall. Die für die Bremsbewertung maßgebenden Punkte und Kenngrößen sind in den Prüfmodulen I, II und III jeweils im Kapitel 2.3 (Bremsbewertung) benannt.
Die Bremsbewertung erfolgt ohne Sicherheitszuschlag (siehe jedoch Punkt 4).


2
BEWERTUNG FÜR SCHNELLWIRKENDE DRUCKLUFTBREMSEN (BREMSART P)
Unter diese Bremsart fallen die Bremsstellungen P, R, R+Zusatzbremsen


2.1
Bremsbewertung bis 200 km/h
Bei Fahrzeugen, die in Züge eingestellt werden können, die mit der UIC-Druckluftbremse ausgerüstet sind, wird die Bremsleistung (Bremsvermögen) eines Fahrzeuges in einer gegebenen Bremsstellung durch sein Bremsgewicht gekennzeichnet. Diese Methode ist nur für die schnellwirkende Bremsart "Personenzug" (P) bis 200 km/h gültig. Das Bremsgewicht wird in Tonnen ausgedrückt.
Die Bremsbewertung ist für Einzelwagen oder für Züge (bestehend aus 60 Achsen dieser Einzelwagen) bzw. fest gekuppelte Zugeinheiten (Triebzüge) möglich. In einem Bremsbewertungsblatt wird die Beziehung zwischen Bremshundertstelwert l und Bremsweg in Abhängigkeit von einer definierten Bremsausgangsgeschwindigkeit grafisch dargestellt und in einer zugehörigen Formel definiert.
Bremstechniken, welche die Entlüftung der durchgehenden Hauptluftleitung unterstützen (z.B. Schnellbremsbeschleuniger, ep-Bremse) können mit dem Einzelwagen nicht bremsgewichtswirksam bewertet werden. Hierzu sind Zugversuche nach Kapitel 2.1.1 notwendig.


2.1.1
Bremsbewertung für den Zug
Der Quotient aus der Summe aller Bremsgewichte und der Masse des Zuges x 100 ergibt den Bremshundertstelwert l des Zuges und bezieht sich auf den Bremsweg bei der Schnellbremsung. Das Bremsbewertungsblatt und die zugehörige Formel sind in Anlage 1 Blatt 1 und Blatt 2 dargestellt.


2.1.2
Bremsbewertung für das Einzelfahrzeug
Der Quotient aus der Summe des Bremsgewichtes und der Masse des Einzelfahrzeuges x 100 ergibt den Bremshundertstelwert l des Einzelfahrzeuges und bezieht sich auf den Bremsweg bei der Schnellbremsung. Das Bremsbewertungsblatt und die zugehörige Formel sind in Anlage 2 Blatt 1 und Blatt 2 dargestellt.


2.2
Bremsleistungsbestimmung für automatische Zugleitsysteme
Für Bremsausgangsgeschwindigkeiten über 200 km/h wird das Bremsvermögen eines Zuges durch seine mittlere Verzögerung definiert. Das zugehörige Bewertungsblatt für LZB (alt) ist in Anlage 3 dargestellt.
Die Bewertungsblätter für neuartige Zugleitsysteme (z.B. LZB CE) befinden sich in der Erarbeitung.


3
BREMSBEWERTUNG FÜR LANGSAMWIRKENDE DRUCKLUFTBREMSEN (BREMSART G)
Das Bewertungsblatt für langsamwirkende Druckluftbremsen enthält Anlage 4 .


4
BREMSBEWERTUNG UND BREMSGEWICHTSANSCHRIFT
Die Bremsgewichte sind den einzelnen Bremssegmenten der Fahrzeuge oder Züge zuzuordnen und nach besonderen Regeln an den Fahrzeugen außen anzuschreiben.
Für EBO-Fahrzeuge sind die Einzelheiten in der "Ergänzende Regelung Nr. B 001/2000 zur Anordnung und Ausführung von Bremsanschriften an Reisezug- und Triebwagen", Rev. 8 vom 13.06.2001 aufgeführt. Die am Fahrzeug außen angeschriebenen Bremsgewichtswerte beziehen sich auf die Steuerungsebene Hauptluftleitung.
Die auf der Basis anderer Steuerungssysteme (z.B. Fahrzeugbus) ermittelten Bremsgewichte sind fahrzeugintern zu hinterlegen und die Modalitäten ihrer Anwendung sind zu definieren.
Die nach den Abschnitten 2 und 3 in den einzelnen Bremsstellungen ermittelten Bremsgewichte sind Maximalwerte. Ist die Bremsleistung nach den Verfahren 2.1 und 2.2 zu bestimmen, so ist der kleinere der jeweils ermittelten Werte maßgebend.
Der tatsächliche Wert des am Fahrzeug anzuschreibenden Bremsgewichtes bei der Steuerungsebene Hauptluftleitung bzw. im Fahrzeug zu hinterlegenden Wertes bei anderen Steuerungssystemen in der jeweiligen Bremsstellung berücksichtigt betreiberspezifische Kennwerte und Betriebsdaten (Lastenheft, Konzeptabstimmung), wie z.B.:
* Wartungs- und Instandhaltungsregime
* Ausfallszenarien
* Reserven im Störungsfall
* Betriebliche Anforderung (z.B. Steilstreckentauglichkeit)
und kann deshalb vom versuchsmäßig bestimmten Maximalwert nach unten abweichen.
Die tatsächlich zur Anrechnung kommenden Bremsgewichte sind in der Fahrzeugdokumentation (Bremsberechnung) auszuweisen.