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BMVBS-LS11-20040902-KF03-A003.htm

Zum Hauptdokument : Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen



Anhang 3

Spezifikation Feuer W, rot und Feuer W, rot ES





Die Lichtfarbe muss den Anforderungen des Anhangs 14 Band I Anlage 1 Punkt 2.1 des Chicagoer Abkommens Farben für Luftfahrtbodenfeuer entsprechen.



Die Lichtstärke muss bezogen auf die Horizontale in den unten angegebenen vertikalen Winkelbereichen und für jede horizontale Richtung (0° < Φ < 360°) die jeweils erforderlichen Mindestwerte erreichen.





Abbildung 1



Mindestanforderungen Feuer W, rot und Feuer W, rot ES



Abbildung 1: Mindestanforderungen Feuer W, rot und Feuer W, rot ES





Abbildung 2



Vertikale Lichtstärkeverteilung Feuer W, rot



Abbildung 2: Vertikale Lichtstärkeverteilung Feuer W, rot



Lichtstärke:



Die effektive Betriebslichtstärke muss für alle horizontalen Winkel Φ über der schraffierten Fläche liegen.



Feuer W, rot und Feuer W, rot ES werden getaktet betrieben.



Die Taktfolge ist:



1 s hell – 0,5 s dunkel – 1 s hell – 1,5 s dunkel



Die effektive Betriebslichtstärke IBetrieb ergibt sich aus photometrischen Messungen, wenn die zeitliche Lichterscheinung I gemäß DIN V/ENV 50234 (Europäische Vornorm) in eine effektive Lichtstärke Ieffektiv umgerechnet und dieser Wert mit Faktor 0,75 multipliziert wird.



Alternativ kann die Umrechnung der effektiven Lichtstärke gemäß IALA E-200-4 berechnet werden.



Die Angabe einer photometrischen Lichtstärke ist nur möglich, wenn der Zeitverlauf der Lichtstärke nahezu rechteckförmig ist. In Abbildung 3 ist ein gemessener Zeitverlauf dargestellt. Der Zeitverlauf gilt dann als ausreichend rechteckförmig, wenn die Zeiten tan und tab kleiner als 0,1 s sind (beide Zeiten sind durch Erreichen der Schwellen 10 % und 90 % definiert). Zeiten über 0,1 s sind unzulässig.





Abbildung 3



Feuer W, rot und Feuer W, rot ES



Abbildung 3: Feuer W, rot und Feuer W, rot ES



Formel



T: Hellzeit, hier 1 s



C = 0,2 s: Zeitkonstante



F: Formfaktor



Der Formfaktor wurde mit F = 0,73 angenommen.



Dadurch ergibt sich für das Verhältnis zwischen effektiver Betriebslichtstärke Ieff,B und photometrischer Lichtstärke Iphoto:



Formel



Kann das Feuer im Neuzustand z. B. für photometrische Zwecke in einen Dauerbetrieb versetzt werden, so ergibt sich eine Abschätzung zwischen photometrischer Lichtstärke Iphoto und effektiver Betriebslichtstärke IBetrieb:



IBetrieb in cd

Iphoto in cd

100

170

20

34

2

3,4



Die vertikale Lichtstärkeverteilung (messbare photometrische Lichtstärke) der Feuer W, rot ES (Erweitere Spezifikation) muss bei Festfeuerbetrieb und für alle horizontalen Abstrahlwinkel in dem nachstehenden Toleranzband (Abbildung 4) liegen.





Abbildung 4



Maximalwerte für die vertikale Lichtstärkeverteilung des Feuer W, rot ES



Abbildung 4: Maximalwerte für die vertikale Lichtstärkeverteilung des Feuer W, rot ES

Bezogen auf die Horizontale in einem vertikalen Winkelbereich zwischen –5° und +5°, beträgt die maximale Lichtstärke [I] 255 cd. Im Winkelbereich zwischen –5° bis –15° bzw. +5° bis +15° verringert sich die zulässige Lichtstärke [I] linear auf 25,5 cd und verbleibt für größere Winkel konstant: