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BMUB-IGI2-20170123-SF-A002.htm

Zum Hauptdokument : Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen



Anhang B



B
Erfassung, Registrierung, Mittelwertbildung, Klassierung und Datenausgabe


B 1
Registrierung der Messwerte, Mittelwertbildung, Normierung und Validierung


B 1.1
Alle Messsignale sowie alle Statussignale der Messeinrichtungen und der Anlage, die während des überwachungspflichtigen Betriebs der Anlage anfallen, sind von der Auswerteeinrichtung mit Zeitbezug zu erfassen. Die Statussignale der Anlage zum Nachweis des Betriebszustandes sind während der gesamten Einsatzzeit der Auswerteeinrichtung (vgl. 2.3.1.4 und 4.2.1) zu erfassen.


Bei der elektronischen Erfassung der Messsignale und Registrierung der Rohwerte ist eine Mittelung über maximal 5 s zulässig. Die Auflösung der Werte hat 12 Bit bezogen auf den gesamten Anzeigebereich der angeschlossenen Messeinrichtung unter Einbeziehung des lebenden Nullpunktes nicht zu unterschreiten. Verfahren zur Speicherplatzreduktion sind zulässig, sofern kein Datenverlust zu besorgen ist. Die Rohwerte sind mit Zeitbezug und Statuskennung (vgl. Anhang A 3.1) abzuspeichern. Die erfassten anlagenbezogenen Statussignale sind im gleichen Zeitraster wie die Rohwerte als anlagenbezogene Statusdaten abzuspeichern.


B 1.2
Die Rohwerte der Messeinrichtungen sind für den Mittelungszeitraum (in der Regel Halbstundenmittelwerte oder Stundenmittelwerte) zu mitteln und unter Zugrundelegung der bei der Kalibrierung ermittelten Kalibrierfunktion in die jeweilige physikalische Größe (in der Regel eine Massenkonzentration) umzurechnen. Die Mittelwertbildung erfolgt synchron zur aktuellen Uhrzeit. Das Mittelungszeitraster ist fest. Es beginnt täglich > 00:00:00 und endet 24:00:00.


B 1.3
Bei Mittelungszeiträumen, die nicht vollständig mit gültigen Rohwerten belegt sind, erfolgt die Bildung der Kurzzeitmittelwerte unter Bezugnahme auf die Zeit, in der gültige Rohwerte angefallen sind.


Anmerkung: Zur Bildung der Kurzzeitmittelwerte kommen nur die gültigen Rohwerte während des überwachungspflichtigen Betriebs der Anlage.


B 1.4
Der Vergleich mit den jeweils geltenden Emissionsbegrenzungen erfordert im Allgemeinen eine Normierung der Emissionswerte auf bestimmte Bezugsgrößen sowie eine Umrechnung auf einen bestimmten Bezugssauerstoffgehalt.


Die Normierung sowie die Umrechnung auf den Bezugssauerstoffgehalt ist nach den entsprechenden Vorschriften durchzuführen.


Aus den kontinuierlichen Messungen der zur Auswertung erforderlichen Bezugsgrößen werden in entsprechender Weise Kurzzeitmittelwerte gebildet. Für die Normierung auf die jeweiligen Bezugsgrößen und die Umrechnung auf den Bezugssauerstoffgehalt muss der Mittelungszeitraum für die Schadstoffmessung und die Bezugsgrößenmessung identisch sein.


B 1.5
Kurzzeitmittelwerte der Bezugsgrößen werden zur Auswertung herangezogen, wenn mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes mit gültigen Rohwerten belegt sind. Ist dies nicht erfüllt, ist die Auswertung mit dem jeweiligen Ersatzwert für die Bezugsgröße, der im Rahmen der Kalibrierung im Benehmen mit der zuständigen Behörde festzulegen ist, fortzusetzen.


Für die Normierung von Messgrößen zur Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG gelten die abweichenden Regelungen im Anhang J.


B 1.6
Soweit die Schadstoff- und Sauerstoffkonzentrationsmessung im feuchten Abgas erfolgt, die zugehörige Emissionsbegrenzung aber auf trockenes Abgas bezogen ist und eine kontinuierliche Messung des Gehaltes an Wasserdampf nicht gefordert wird, ist der maximale Feuchtegehalt durch eine bei der Kalibrierung zu ermittelnde Korrekturgröße abzuziehen.


B 1.7
Bei Messgrößen, die auf Grenzwerteinhaltung zu überwachen sind, sind aus den normierten Kurzzeitmittelwerten durch Abziehen der bei der Kalibrierung nach DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) ermittelten Standardabweichung die validierten Kurzzeitmittelwerte zu ermitteln. Negative validierte Mittelwerte sind auf Null zu setzen.


Die Kurzzeitmittelwerte für TNBZ sowie Rußzahl werden nicht validiert.


Anmerkung: Kurzzeitmittelwerte für Messgrößen, die nicht direkt auf Grenzwerteinhaltung überprüft werden (z.B. Bezugsgrößen, Volumenstrom oder Schwefeldioxidkonzentration im Rohgas), werden nicht validiert.


B 1.8
Für Berechnungen von Größen aus Kurzzeitmittelwerten (z.B. Schwefelabscheidegrad, Emissionsmassenstrom, Emissionsfracht) gilt grundsätzlich:


Der Mittelungszeitraum sowie die Normierung bzw. der Bezugszustand der jeweiligen Kurzzeitmittelwerte müssen identisch sein.


Kurzzeitmittelwerte, die validiert vorliegen, kommen validiert zur Berechnung. Kurzzeitmittelwerte, die nicht validiert werden, kommen nicht validiert zur Berechnung.


Ein aus Mittelwerten mehrerer Messgrößen berechneter Mittelwert ist gültig, wenn alle zur Berechnung herangezogenen Mittelwerte gültig sind. Das betrifft nicht Messgrößen, für die Ersatzwerte festgelegt sind.


B 1.9
Ist bei einer Messgröße der Massenstrom auf Grenzwerteinhaltung zu überwachen, ist der Kurzzeitmittelwert des Massenstroms aus dem Produkt des Kurzzeitmittelwertes der Messgröße nach B 1.7 und dem Kurzzeitmittelwert des Volumenstroms nach B 1.4 zu bilden.


B 1.10
 Zur Bestimmung von Emissionsfrachten (z.B. Emission in kg/a; siehe 2.3.1.20) kommen immer die nicht validierten Mittelwerte zur Berechnung.


Anmerkung: Emissionsfrachten können z.B. berechnet werden aus:


a)
Kurzzeitmittelwerten im Betriebszustand


b)
normierten Kurzzeitmittelwerten, bezogen auf feuchtes Abgas


c)
normierten Kurzzeitmittelwerten, bezogen auf trockenes Abgas


d)
normierten Kurzzeitmittelwerten, bezogen auf trockenes Abgas und umgerechnet auf den Bezugssauerstoffgehalt


B 1.11 Die Kurzzeitmittelwerte nach B 1.4, B 1.7 und B 1.9 sind mit Zeitbezug abzuspeichern.


B 2
Rundung, Klassierung und Speicherung der Kurzzeitmittelwerte


Für Messgrößen zur Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG gelten die abweichenden Regelungen im Anhang J.


B 2.1
Alle Kurzzeitmittelwerte nach B 1.7 bzw. B 1.9 sind entsprechend TA Luft Nummer 2.9 zu runden.


B 2.2
Die Kurzzeitmittelwerte nach B 2.1 sind zu klassieren. Die jeweilige Klasseneinteilung ist gemäß den Forderungen in den Anhängen für die verschiedenen Anlagen zu wählen (siehe Anhang C bis I).


Alle Mittelwerte sind mit dem zugehörigen Zeitpunkt (Datum, Uhrzeit), dem jeweiligen Status (AS, MWS1, MWS2) sowie der Kenngröße für die Betriebsart der Anlage abzuspeichern (siehe Anhang A 3).


Es muss möglich sein, auch Kurzzeitmittelwerte außerhalb des überwachungspflichtigen Betriebs zum Nachweis des Anlagenstatus in einer Sonderklasse zu zählen.


B 2.3
Alle Kurzzeitmittelwerte nach B 2.1 sind in der Sonderklasse S6 zu zählen (Summe der Kurzzeitmittelwerte bei überwachungspflichtigem Betrieb).


B 2.4
Sind mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes eines Kurzzeitmittelwertes nicht beurteilungspflichtig, so ist dieser in der Sonderklasse S8 zu erfassen.


B 2.5
Kurzzeitmittelwerte sind gültig und werden damit zur Beurteilung festgelegter Emissionsbegrenzungen herangezogen, ausgenommen Kurzzeitmittelwerte nach B 2.4, wenn mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes mit gültigen Rohwerten belegt sind.


Anmerkung: Kurzzeitmittelwerte, bei denen diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, sind ungültig.


B 2.6
Kurzzeitmittelwerte nach B 2.5, die den Grenzwert für den Kurzzeitmittelwert überschreiten, sind in der jeweiligen Klasse für Grenzwertüberschreitung (i.d.R. S1) zu erfassen. Davon ausgenommen sind Kurzzeitmittelwerte nach B 2.16.


Anmerkung: Bei bestimmten Anlagenarten (siehe z.B. Anhänge C, D, H und I) ergibt sich in der Regel der Grenzwert für den Kurzzeitmittelwert aus dem Doppelten der Emissionsbegrenzung für den Tagesmittelwert.


B 2.7
Ist gemäß Anhang C bis H vorgesehen, die Kurzzeitmittelwerte nach B 2.5, die den Grenzwert nicht überschreiten, in mehrere Klassen zu klassieren (z.B. M1 bis M20), so ist die Klasseneinteilung gemäß den Forderungen der Anhänge C bis H vorzunehmen. Die Klassen sind durch sinnvolle Teilung des Grenzwertes für den Kurzzeitmittelwert durch die jeweils vorgegebene Anzahl der Klassen zu bilden. Der Grenzwert für den Kurzzeitmittelwert liegt auf der oberen Klassengrenze der höchsten Klasse.


Zur Klassierung sind die Kurzzeitmittelwerte nach B 1.7 bzw. B 1.9 mit einer Stelle mehr als die Stellenanzahl der oberen Klassengrenze zu betrachten und entsprechend TA Luft Nummer 2.9 zu runden.


B 2.8
Bei Kurzzeitmittelwerten nach B 2.5 ist fortlaufend eine Auswertung der Kurzzeitmittelwerte nach B 1.4 bezüglich der Einhaltung des gültigen Kalibrierbereiches entsprechend Kapitel 6.5 der DIN EN 14181 (Ausgabe Februar 2015) vorzunehmen.


Kurzzeitmittelwerte, bei denen der gültige Kalibrierbereich überschritten ist, sind zusätzlich in der Sonderklasse S9 zu erfassen. Am Ende jeder Woche (Montag > 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr) ist zu prüfen, ob mehr als 5 % der Kurzzeitmittelwerte außerhalb des gültigen Kalibrierbereiches liegen.


Ist das der Fall, ist die Sonderklasse S10 um die Zahl 1 zu erhöhen. Liegen mehr als 40 % der Kurzzeitmittelwerte innerhalb einer Woche außerhalb des gültigen Kalibrierbereiches, ist die Sonderklasse S10 um die Zahl 6 zu erhöhen. Nach der Prüfung zum Wochenwechsel wird die Sonderklasse S9 auf Null zurückgesetzt. Beträgt der Zählerstand in der Sonderklasse S10 mehr als 5, muss zusätzlich zu B 2.17 die automatische Ereignismeldung „Neue Kalibrierung erforderlich!“ erfolgen. Beträgt der Zählerstand ≤ 5 erfolgt keine Ereignismeldung.


Anmerkung: Eine Rücksetzung der Klassen S9 und S10 erfolgt auch im Rahmen der jährlichen Funktionskontrolle oder nach einer Kalibrierung.


B 2.9
Kurzzeitmittelwerte nach B 2.5, bei deren Berechnung für die Bezugsgrößen Ersatzwerte entsprechend B 1.5 verwendet wurden, sind zusätzlich in der Sonderklasse S3 zu erfassen.


B 2.10
 Kurzzeitmittelwerte, die B 2.5 anlagenbedingt nicht erfüllen, z.B. durch Anfahren oder Abfahren (Wechsel: nicht überwachungspflichtiger Betrieb ↔ überwachungspflichtiger Betrieb) während des Mittelungszeitraumes, sind in der Sonderklasse S7 zu erfassen.


B 2.11
 Kurzzeitmittelwerte, die B 2.5 aufgrund von Störung und ggf. Wartung der Messeinrichtung nicht erfüllen, sind in der Sonderklasse S4 zu erfassen. Die Klassierung erfolgt nur, wenn sich die Anlage mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes im beurteilungspflichtigen Betrieb befindet.


B 2.12
Kurzzeitmittelwerte, die B 2.5 aufgrund von Wartung der Messeinrichtung nicht erfüllen, sind in der Sonderklasse S5 zu erfassen. Die Klassierung erfolgt nur, wenn sich die Anlage mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes im beurteilungspflichtigen Betrieb befindet.


B 2.13
Sind mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes unplausibel (Zustand nicht automatisch identifizierbar), sind die betreffenden Kurzzeitmittelwerte, ausgenommen Kurzzeitmittelwerte nach B 2.4, in der Sonderklasse S8 zu erfassen.


B 2.14
Kurzzeitmittelwerte, die B 2.5 aufgrund sonstiger Gründe nicht erfüllen, ausgenommen Kurzzeitmittelwerte nach B 2.10 bis B 2.13, sind in der Sonderklasse S2 zu erfassen.


B 2.15
Kurzzeitmittelwerte nach B 2.3, bei denen in mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes ein Ausfall (Störung) von Abgasreinigungseinrichtungen (ARE-Ausfall) vorliegt, sind zusätzlich in der Sonderklasse S11 zu erfassen. Die Klassierung erfolgt nur, wenn sich die Anlage in mindestens zwei Drittel des Mittelungszeitraumes im beurteilungspflichtigen Betrieb befindet.


B 2.16
Die Auswerteeinrichtung soll in der Lage sein, Kurzzeitmittelwerte nach B 2.5 für Anlagen nach Anhang C und D, die bei An- oder Abfahrbetrieb den Grenzwert für den Kurzzeitmittelwert überschreiten, in der Sonderklasse S14 zu erfassen. Dann erfolgt keine Klassierung in Sonderklasse S1.


B 2.17
Bei jedem Eintrag eines Kurzzeitmittelwertes in eine Sonderklasse ist grundsätzlich eine Ereignismeldung zu generieren. Ausgenommen davon ist die Klassierung in die Sonderklasse S6.


Die Ereignismeldung soll mindestens den Zeitbezug, die Messgröße, die Nummer der Sonderklasse, den Text der Meldung in Kurzform und den Wert der Messgröße beinhalten.


Es muss möglich sein, die Generierung von Ereignismeldungen je Messgröße und Sonderklasse zu unterdrücken.


Anmerkung: Auf weitere spezielle Sonderklassen nach den Anhängen C bis F wird hingewiesen.


B 2.18
Die Kurzzeitmittelwerte nach B 2.3 sind mit Zeitbezug und Statuskennung abzuspeichern.


B 3
Bildung, Rundung, Klassierung und Speicherung der Langzeitmittelwerte


Für Messgrößen zur Ermittlung von Treibhausgas-Emissionen bei Anlagen im Anwendungsbereich des TEHG gelten die abweichenden Regelungen im Anhang J.


B 3.1
Die Langzeitmittelwerte sind als arithmetische Mittelwerte i.d.R. aus den gültigen Kurzzeitmittelwerten nach B 1.7 bzw. B 1.9 i.V. mit B 2.5 (nicht gerundete, gültige validierte Kurzzeitmittelwerte) zu berechnen.


Anmerkung: Bei bestimmten Langzeitmittelwerten bzw. Anlagen gibt es spezielle Festlegungen (siehe Anhänge C, D, E und G).


B 3.2
Die Bildung der Langzeitmittelwerte nach B 3.1 erfolgt am Ende des Mittelungszeitraumes (siehe 2.3.1.13).


Anmerkung: Z.B. umfasst der Tagesmittelwert das Intervall von dem ersten Kurzzeitmittelwert des Tages, dessen Mittelungszeit Null Uhr oder nach Null Uhr beginnt, bis zu dem letzten Mittelwert des Tages, dessen Mittelungszeit vor oder um 24 Uhr endet.


B 3.3
Sind Langzeitmittelwerte auf Grenzwerteinhaltung zu überwachen und Berechnungen erforderlich, gilt B 1.8.


B 3.4
Alle Langzeitmittelwerte nach B 3.1 bzw. B 3.3 sind entsprechend TA Luft Nummer 2.9 zu runden.


B 3.5
Langzeitmittelwerte nach B 3.4 sind gültig, wenn entsprechend B 3.1 mindestens 25 % gültige Kurzzeitmittelwerte, bezogen auf die maximal mögliche Anzahl Kurzzeitmittelwerte je Mittelungszeit, vorhanden sind.


Anmerkung: Langzeitmittelwerte, bei denen diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, sind ungültig.


Anmerkung: Gültige Kurzzeitmittelwerte, die aufgrund von Sonderregelungen entsprechend 4.7.7 bei der Bildung des Tagesmittelwertes nicht berücksichtigt werden, werden auch bei der Ermittlung der Gültigkeit des Tagesmittelwertes nicht berücksichtigt.


B 3.6
Die Langzeitmittelwerte nach B 3.4 sind zu klassieren. Die Klasseneinteilung ist gemäß den Forderungen in den Anhängen für die verschiedenen Anlagen zu wählen (siehe Anhang C, D, E und G).


B 3.7
Die Tagesmittelwerte nach B 3.4, die den Grenzwert für den Tagesmittelwert überschreiten, sind in der Sonderklasse TS1 zu erfassen.


B 3.8
Tagesmittelwerte nach B 3.4, die den Grenzwert für den Tagesmittelwert nicht überschreiten, sind in zehn Klassen T1 bis T10 zu erfassen. Die Klassen sind durch Teilung des Grenzwertes durch die Zahl 10 zu bilden. Die Klassen weisen die gleiche Breite auf. Der Grenzwert liegt auf der oberen Klassengrenze der höchsten Klasse.


Zur Klassierung sind die Tagesmittelwerte nach B 3.1 bzw. B 3.3 mit einer Stelle mehr als die Stellenanzahl der oberen Klassengrenze zu betrachten und entsprechend 2.9 TA-Luft zu runden.


B 3.9
Ungültige Tagesmittelwerte sind in der Sonderklasse TS2 zu erfassen.


B 3.10
Bei jedem Eintrag eines Langzeitmittelwertes in eine Sonderklasse gilt B 2.17 entsprechend.


B 3.11
Die Langzeitmittelwerte nach B 3.1 bzw. B 3.3 sind mit Zeitbezug, die Tagesmittelwerte nach B 3.4 mit Zeitbezug und Statuskennung, abzuspeichern.


Anmerkung: Bei bestimmten Langzeitmittelwerten bzw. Anlagen gibt es spezielle Festlegungen (siehe Anhänge D und E).


B 4
Datenausgabe


B 4.1
Manuelle Datenausgabe


B 4.1.1
Die manuelle Datenausgabe betrifft folgende Werte, Daten bzw. Dokumente:


a)
Textdokumente nach 2.3.1.6, B 4.2.2, B 4.3.2 und B 4.4.2


b)
Rohwerte nach B 1.1


c)
Kurzzeitmittelwerte nach B 1.11 und B 2.18


d)
Langzeitmittelwerte nach B 3.11


e)
Daten nach B 4.2.1 Buchstabe a) bis e) für den laufenden Tag


f)
Daten nach B 4.4.1 Buchstabe a) bis g) für das laufende Jahr


B 4.1.2
Die Werte nach B 4.1.1 Buchstabe b) bis d) müssen für einen frei wählbaren Zeitraum abrufbar sein.


B 4.2
Tägliche automatische Datenausgabe


B 4.2.1
Die tägliche Datenausgabe muss folgende Daten umfassen:


a)
Betriebszeit der Anlage des Tages (überwachungspflichtiger Betrieb)


b)
Anzahl und Klassierung der Kurzzeitmittelwerte des Tages (Häufigkeitsverteilung)


c)
Kurzzeit- und Tagesmittelwerte sowie ggf. der Monatsmittelwerte in Sonderklassen mit Zeitbezug sowie weitere Ereignismeldungen des Tages (Tabelle der Ereignismeldungen)


d)
Häufigkeitsverteilungen der Kurzzeit- und Tagesmittelwerte sowie ggf. der Monatsmittelwerte für das laufende Kalenderjahr (kumulative Angabe)


e)
letzte Änderung der Parametrierung mit Zeitbezug


f)
Kurzzeitmittelwerte (Mittelungszeitraum ≥ 10 min) des Tages mit Zeitbezug und Statuskennung (Tagestabelle der Kurzzeitmittelwerte)


B 4.2.2
Die Datenausgabe nach B 4.2.1 soll automatisch zu Beginn des Nachfolgetages als digitale Textdokumente in übersichtlicher Form erfolgen. Die Dokumente sind abzuspeichern.


B 4.3
Monatliche automatische Datenausgabe


B 4.3.1
Die monatliche automatische Datenausgabe muss folgende Daten umfassen:


Tagesmittelwerte des Monats mit Statuskennung und Zeitbezug (Monatstabelle der Tagesmittelwerte)


B 4.3.2
Die Ausgabe der Daten nach B 4.3.1 hat automatisch zu Beginn des ersten Tages nach Monatswechsel als digitales Textdokument zu erfolgen. Das Dokument ist abzuspeichern.


B 4.4
Jährliche automatische Datenausgabe


B 4.4.1
Die jährliche automatische Datenausgabe muss folgende Angaben für das gesamte abgelaufene Kalenderjahr umfassen:


a)
Betriebszeit der Anlage (überwachungspflichtiger Betrieb)


b)
Anzahl und Klassierung der erfassten Kurzzeit- und Langzeitmittelwerte


c)
Kurzzeit- und Tagesmittelwerte in Sonderklassen mit Zeitbezug sowie weitere Ereignismeldungen des Jahres (Tabelle der Ereignismeldungen)


d)
Änderungen der Parametrierung mit Zeitbezug (Datum und Uhrzeit)


e)
Stromausfälle nach 2.3.1.17 mit Zeitbezug


f)
Zeiten nach 2.3.1.18


g)
ggf. Jahresmittelwerte und weitere Angaben gemäß den Forderungen in den Anhängen für die verschiedenen Anlagen (siehe z.B. Anhang D bis H und J).


B 4.4.2
Die Datenausgabe nach B 4.4.1 soll automatisch zu Beginn der Ermittlung des ersten Tages nach Jahreswechsel als digitales Textdokument in übersichtlicher Form erfolgen. Das Dokument ist abzuspeichern.