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BMELV-329-20091109-KF-003-A007.htm

Zum Hauptdokument : Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Durchführung der amtlichen Überwachung der Einhaltung von Hygienevorschriften für Lebensmittel und zum Verfahren zur Prüfung von Leitlinien für eine gute Verfahrenspraxis (AVV Lebensmittelhygiene - AVV LmH)







Anlage 2

(§ 7 Absatz 3)



Bestimmung der Stichprobengröße für Rückstandsuntersuchungen im Tierbestand im
Verdachtsfall



1.
Entnahme einer Stichprobe


Eine repräsentative Stichprobe kann nur von einer homogenen Tiergruppe entnommen werden. Als eine homogene Tiergruppe gelten entweder alle Tiere eines Bestandes oder im Falle einer Untergliederung des Bestandes nur die Tiere der Teilgruppe, die mit vergleichbarer Wahrscheinlichkeit als Merkmalsträger (zum Beispiel in Bezug auf eine vorschriftswidrige Behandlung) angesehen werden können.


2.
Verfahren zur Bestimmung der Stichprobengröße


Die Bestimmung der Stichprobengröße richtet sich nach der mathematischen Gleichung von Kühne und Flock (Kühne, W. und Flock, D. K., Deutsche Tierärztliche Wochenschrift Band 82, 432-434, 1975):


P = 1 -

[r! x (N - n)!]

[(r - n)! x N!]



wobei

n

=

Stichprobengröße (nach folgenden Tabellen)


N

=

Gruppengröße (Anzahl der im Bestand oder in der Teilgruppe gehaltenen Tiere)


r

=

%-Anteil von Merkmalsträgern im Bestand


P

=

Wahrscheinlichkeit, mindestens einen Merkmalsträger nachzuweisen.



2.1
Anteil von Merkmalsträgern im Bestand r = 20 %
Nachweiswahrscheinlichkeit P = 99 %


Gruppengröße N

Stichprobengröße n

10

10

50

17

100

19

1 000

21

10 000

21



2.2
Anteil von Merkmalsträgern im Bestand r = 10 %
Nachweiswahrscheinlichkeit P = 90 %


Gruppengröße N

Stichprobengröße n

10

9

50

14

100

18

1 000

22

10 000

22



2.3
Anteil von Merkmalsträgern im Bestand r = 10 %
Nachweiswahrscheinlichkeit P = 95 %


Gruppengröße N

Stichprobengröße n

10

10

50

22

100

25

1 000

29

10 000

29



3.
Da vorschriftswidrig eingesetzte Stoffe in der Regel bestands- oder tiergruppenbezogen eingesetzt werden, kann in solchen Fällen von r = 20 % (nach Nummer 2.1) ausgegangen werden, wonach die Wahrscheinlichkeit, mindestens einen Merkmalsträger nachzuweisen, bei P = 99 % liegen soll.


4.
Die unter Nummer 2 genannten Stichprobengrößen bedürfen der zeitnahen Abstimmung mit der zuständigen Untersuchungseinrichtung, da bestimmte Untersuchungen andere Stichprobengrößen erfordern können.